Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Die Macht und die Menschenrechte

Sind die Menschenrechte in Gefahr? Die Schweizer Juristin, Politikerin und Diplomatin Gret Haller beschreibt eine Entwicklung, die sie in ihrem Berufsleben zunehmend stärker beobachtet habe; eine Entwicklung, die unsere Grund- und Freiheitsrechte bedrohen könnte. Die Gefahr komme von vielen Seiten: So seien die Menschenrechte zu einer Sprache der Mächtigen geworden. Durch "Moralisierung“ werde Einzelnen oder ganzen Gruppen ihre Menschenwürde abgesprochen; nach dem Muster: Verbrecher, Terroristen et cetera hätten sich durch ihre Delikte selbst moralisch diskreditiert.

Damit hätten sie auch ihre grundlegenden Rechte verloren - und somit dürften etwa im Verhörzimmer die Handschuhe ausgezogen und am Folterverbot gerüttelt werden. Haller ruft uns noch einmal in Erinnerung, dass Menschenrechte gerade die Verachteten einer Gesellschaft schützen sollen: die Straftäter und Bettler, Vagabunden und Flüchtlinge. Kurzum: Die Menschenrechte müssten ein Instrument


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