Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Protest mit Handydisplay und Taschenlampe: der Lichterteich von Steinhof

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Am Freitagabend leuchtet das Halsband eines Hundes vor der Otto-Wagner-Kirche grün, ebenso der Leuchtstab einer alten Frau - sie hat ihn sich in die gestrickte Wollmütze gesteckt. Hunderte Menschen sind die eisigen Wege zur Kirche hinaufgestiegen, um gegen die Verbauung der denkmalgeschützten Steinhofgründe im Westen der Stadt zu demonstrieren.

Es ist ein neuer Akzent im seit 2011 schwelenden Streit zwischen der Stadt Wien und mehreren Bürgerbewegungen. Die Pläne für die künftige Nutzung des Gebiets sind noch in Arbeit, trotzdem riefen der Gesundheitsverein "Heil.Kunst.Areal“ und die Initiative "Steinhof erhalten“ vorsorglich zur Lichterkettendemo auf. Kompromissloses Ziel: keine Verbauung. Weil offene Feuer verboten sind, leuchten Demonstranten statt mit Fackeln und Kerzen mit Taschenlampen und Handydisplays. Rund 60.000 Unterstützer wähnen die Bürgerbewegungen mittlerweile auf ihrer Seite. An diesem Abend leuchtet bloß die Vorhut. F


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