Im Maschinenraum der Macht

Feuilleton | Filmanalyse: Joachim Schätz | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Nach "Lincoln“ und "Borgen“ widmet sich auch "Der Aufsteiger“ dem politischen Alltag

Wer Visionen hat, wird vom aktuellen Politkino nicht gleich zum Arzt geschickt, wie es Franz Vranitzky empfohlen hat, aber zumindest auf die Couch gelegt.

Steven Spielbergs "Lincoln“ setzt nach dem Prolog mit Traumbildern des Präsidenten ein. Er sei am Bug eines Schiffs gestanden, das Richtung Ufer raste, berichtet Lincoln am nächsten Morgen seiner Gattin, die erkennt, dass damit der Verfassungszusatz zur Abschaffung der Sklaverei gemeint ist, den ihr Mann im Kongress durchpeitschen will.

Auch Pierre Schoellers "Der Aufsteiger“ (im Original: "L’Exercice de l’État“) setzt mit den nächtlichen Visionen eines Berufspolitikers ein, bloß dass diese nicht so ohne Weiteres als politische Handlungsmaxime deutbar sind. Im monarchischen Prunk eines Ministerbüros bereiten Kapuzenmänner eine Zeremonie vor; Schreibtische werden gewissenhaft eingerichtet, dann kriecht eine nackte Frau einem Krokodil


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