Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: grüner Paradeisersaft

Über Paradeiser, Wodka und Fruchtsaftesoterik

Stadtleben | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Eigentlich steht auf der Flasche "Grüner Tomatensaft“, aber da der Paradeiser hierzulande eine bedrohte Art ist, will man ihm in diesem Rahmen gebührend Respekt zollen. Wer den roten Saft liebt, der wird mit dem grünen Paradeiser einen guten Gewinn erzielen. Und das trifft auch auf jene zu, die bisher der roten Variante skeptisch gegenüberstanden. Man muss im Kopf nur einen Schalter umlegen und sich auf mehr Salz im Glas einlassen. Alain Milliat, Spezialist für Säfte aus Orliénas nahe Lyon, hat sich auf die Produktion von intensivem Fruchtgeschmack jeglicher Art verlegt.

Da gibt es insgesamt 15 Säfte im Sortiment: einen roten und einen gelben Paradeisersaft, einen herbstlichen Birnensaft, Rhabarbersaft klingt auch interessant, natürlich der Morello-Kirschensaft und die sortenreinen Traubensäfte, so wie man sie aus dem Stift Klosterneuburg kennt. Wir liegen hier im elitären Bereich. Qualität zum großen Preis - obwohl hierorts nicht abgeschätzt werden kann, ob nicht Esoterik mit im Spiel ist. Der werte Leser möge sich selbst ein Bild machen, sollte er die Gelegenheit nutzen und sein hippes Restaurant in der Rue de Grenelle in Paris besuchen.

Bloody Mary ist wohl das Getränk, mit dem man den Paradeisersaft als Erstes in Verbindung bringt. Den darin enthaltenen Wodka riecht man nicht - gut für sogenannte Spiegeltrinker, um unbemerkt den notwendigen Level zu halten. Hierorts wird allerdings nach passenden Surrogaten gesucht, um diesem Laster ein wenig auszuweichen. Prost! ms


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