Film Neu im Kino

Wieder im Amt: Schwarzenegger in "The Last Stand“

Lexikon | aus FALTER 05/13 vom 30.01.2013

Das ist jetzt aber net ernst gemeint: Baller- & Prügel-Action alter Schule

Wer zu viel mit den Augen zwinkert, sieht nichts; und so entfällt der Grund, ins Kino zu gehen. Arnold Schwarzenegger hat seit jeher schon sehr schmale Augen (zumal relativ zum Restbody), und sein Comebackvehikel "The Last Stand“ versieht seine Baller- und Prügel-Action mit Augenzwinkern im mehr als nur ironiekulturell geforderten Ausmaß.

Nun zielten Schwarzenegger-Filme ja auf "Das ist jetzt aber nicht ernst gemeint“-Effekte ab, garnierten Actionfuriosi mit augenrollenmachenden Onelinern, forcierten das Groteske am Bild des Helden bis hin zur Selbstinfragestellung. Allein, die alten Cyborgfilme (die ersten "Terminators“) beschworen in Überspitzung Erfahrungen von Künstlichkeit, wie sie breite Publikumsgruppen im Zeichen veränderter Geschlechterrollen oder Technologienutzung machten.

Heute lautet Schwarzeneggers markantester Oneliner - mitten im Kampf auf die Frage "How are you?“ - "Old.“ Ironisierung erfolgt als retrokulturelle Neuverwertung von 1980er-Beständen, mit viel Old-School-Waffeneinsatz und Gezwinker in Richtung Western. Also stellt der Texasgrenzkaffsheriff den Schurken auf der Main Street, im Kukuruzfeld, auf der Canyonbrücke. Das US-Regiedebüt des Koreaners Jee-woon Kim bietet reizvolle Locations. Das Ende frönt brachialer Bestrafungsmoral; mit Augenzwinkern, eh klar. Zugleich fällt auf: Schwarzensheriff deklariert sich - starkes Wort für einen Ösi - als Immigrant, wie der grenzflüchtige Mexikaner. Und im Kauz-Ensemble rund um den Ex-Gouverneur (von Harry Dean Stanton, sehr old, bis Johnny Knoxville, auch old - und unfunny) spielen, wie in Arnie-Filmen um 1990, einige Hispanics mit (etwa Luis Guzmán). Ist "Last Stand“ ein first step der Republikaner zur Rückholung von Latino-Wählerstimmen?

DREHLI ROBNIK

Ab Fr in den Kinos (OF im Artis)


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