Ein Denkmal für einen Händedruck: Das Wien Museum zeigt Objekte, die gewöhnlich übersehen werden

aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Sie sind klein und bringen auch heute noch an der Supermarktkassa Kinderaugen zum Leuchten: Bildchen zum Sammeln. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden die Zigarettenschachteln beigelegten Abbildungen exotischer Tiere und Filmstars zu einem Massenphänomen. Das Wien Museum Karlsplatz zeigt eine Auswahl davon in einer Ausstellung, die nicht den Inhalt, sondern das Format der Objekte zum Thema hat. Kleines wird leicht übersehen, ist historisch aber nicht weniger aufschlussreich als Schlachtengemälde und Wagenräder.

Die Beispiele stammen aus unterschiedlichen Bereichen. Die "Nürnberger Eier“ waren kleine Uhren mit Federwerk und ovaler Form, die man im späten 16. Jahrhundert um den Hals trug. Aus dem Intimbereich historischer Figuren stammt der Damenring, den der Schriftsteller Franz Grillparzer seiner "ewigen Braut“ Katharina Fröhlich schenkte. Solche Gegenstände haben den Abdruck eines Lebens abgespeichert und lassen die mit ihnen verknüpften Empfindungen erahnen. Als wären sie Denkmäler


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