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Arm ab! Die Kunst der Selbstverstümmelung

Lexikon | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Mike Parr in Aktion

Die Ausstellung des australischen Künstlers Mike Parr ist nichts für Warmduscher. Sein ästhetisches Prinzip ist der Schock. So etwa ließ er sich 1977 in einer Aktion den Arm abhackte; nicht den eigenen, klar, sondern eine aus Fleisch und Blut gemachte Prothese seines linken Arms. Parr vertritt einen radikalen Humanismus: Nicht die Gewalt des Künstlers ist böse, sondern die gesellschaftlichen Verhältnisse, die Krieg und Verletzungen ermöglichen. Dieses politische Engagement drückt sich in einer Aktion von 2003 aus. In "UnAustralian“ imitierte der Künstler eine Protestaktion von Flüchtlingen, indem er sich den Mund zunähte. Die Ausstellung zeigt neben Videodokumenten auch frühe Beispiele visueller Poesie, außerdem Malerei und Grafik, die ebenfalls das Thema Selbstdarstellung behandeln. MD

Kunsthalle Wien, bis 24.2.


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