Frierende Puppen, verwesende Spatzen

Lexikon | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Michaël Borremans: "The Case“, 2009

Gemalte Bilder, auf denen Menschen und Dinge zu erkennen sind, waren lange Zeit weniger wert als abstrakte Malerei. Das hat sich geändert, seit Maler wie Gerhard Richter ebenfalls Figuren malen, aber so, dass man allerhand hineininterpretieren kann, etwa Medienreflexion. Man nennt das dann Bilder über Bilder. Der belgische Künstler Michaël Borremans malt wie im späten 19. Jahrhundert, eine Art Salonmalerei mit einem Schuss Impressionismus. Seine Sujets sind Menschenfiguren, denen der Rumpf fehlt, sodass sie wie Automaten wirken. Manche liegen da wie aufgebahrte Tote, was eine perspektivische Herausforderung darstellte. Auch wenn der Tiefsinn der Bilder etwas kalkuliert wirkt, sind sie ein echter Augenschmaus. MD

Bawag Contemporary, bis 17.2.


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