Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Joseph Gepp | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Zur Erklärung: Blindtext ist das, was auf einer Zeitungsseite steht, wenn da eigentlich noch gar nichts steht. Zum Beispiel stand der folgende Blindtext gerade noch hier: xxxx xxx xxx xxxx Xxxxxx xxxxxx xxxxxx Xxxxxxxxxxx.

Oft handelt es sich beim Blindtext aber auch um fantasievollere Dinge. Zum Beispiel um wunderschöne Wendungen ("ip essis num dit volore vulla“), von denen keiner genau weiß, ob sie nun Latein sind oder ein von Grafikern ausgehecktes Esperanto.

Oft besteht der Blindtext aber auch, etwas weniger harmlos, aus grottenschlechten Scherzen, die um nichts in der Welt jemals ans Licht der Öffentlichkeit dringen dürfen.

Deswegen starrte Barbara Tóth ungläubig auf das dieswöchige Falter-Cover, das Grafiker Raphael Moser gerade auf seinem Bildschirm präsentierte, und sagte: "Das ist doch Blindtext, oder?“

Nein, ist es nicht. Es ist das Resultat einer Sitzung, die die Beteiligten - allen voran Armin Thurnher, Klaus Nüchtern und Dirk Merbach - als äußerst produktiv empfanden. Vom Ausgangsthema Wasserprivatisierung weg mäanderte die Diskussion nach Brüssel, zu Wahrzeichen nordeuropäischer Städte und schließlich zum Manneken Pis, dem kleinen Männchen in der belgischen Hauptstadt. Schon fiel das Wort "brunzen“, und der Stabreim mit "Brüssel“ entfaltete seinen unwiderstehlichen Zauber.

Das Resultat sehen Sie, liebe Leser, auf dem Cover. Nennen Sie es einfach journalistische Zuspitzung. Oder lesen Sie es als Gedicht.


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