Meinesgleichen Problembärin Jeannée stellt mich vor eine ernste Frage

Falter & Meinung | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Problembär Michael Jeannée. Ob man den Kolumnendieb aus der Kronen Zeitung wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit verurteilen muss, wie das der Presserat tat, weil Jeannée den Eigentümervertreter des Kurier aufforderte, dessen Chefredakteur per Hegeabschuss zu entfernen, weiß ich nicht. Die Metapher war gewohnt geschmacklos und hilflos, andererseits war der Eigentümervertreter einst als Landesjägermeister bekannt. Michael Jeannées Aufforderung zum Hegeabschuss ist ein Schmutz, aber was ist sie schon, verglichen mit dem wirklich blutrünstigen Satz: "Wer alt genug zum Stehlen ist, ist auch alt genug zum Sterben“? So niederträchtig rechtfertigte Jeannée einst die polizeiliche Exekution eines jugendlichen Einbrechers. Also: Lasst uns nicht mit Schikanonen auf Altspatzen schießen!

Vergangenen Sonntag durften wir den Freund aller Hinrichtungen im Gestühl der ORF-Sendung "Im Zentrum“ bewundern. Er war dort als Macho geladen, weigerte sich aber im Gespräch mit der Frauenministerin zu definieren, was ein Macho wirklich ist. Dafür teilte er mit, er habe den Po so mancher Frau betatscht, aber immer konsensuell, denn das spüre er, ob die das wollen, mit zunehmendem Alter spüre er es sogar immer besser. Eine reife Performance. Unsere Mediengesellschaft braucht markante Rollenbesetzungen. Jeannée mimt den Supermacho. So etwas muss es wohl geben. Nur eine Frage: Was sagt es über ein Land, wenn sein diensthabender Supermacho aussieht wie eine alte Indianersquaw?


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