Verwirrspiel in der Votivkirche

Politik | Recherche: Barbara Tóth | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Die Flüchtlinge in der Votivkirche sind wieder im Hungerstreik. Kirche, Caritas und Flüchtlingsaktivisten beschuldigen sich gegenseitig. Aber wer ist wirklich verantwortlich für das verzweifelte Patt? Eine Beziehungsskizze

Die Caritas

Die Caritas ist es nicht gewohnt, kritisiert zu werden. Nun steht sie plötzlich als verlängerter Arm des Innenministeriums da, als paternalistische Organisation, die den Flüchtlingen nicht zugesteht, ihr Schicksal selber in die Hand zu nehmen. So zumindest behaupten es die Refugee-Camp-Aktivisten.

Wahr daran ist, dass die Caritas sehr aktiv in der Flüchtlingsbetreuung ist. Sie stellt Quartiere zur Verfügung, sie bietet Rechtsberatung für Asylwerber, sie kümmert sich um deren Integration, und sie bietet Heimkehrhilfen für jene an, die kein Asyl bekommen. Die Caritas-Mitarbeiter kennen die Schwächen und Missstände des Asylsystems und haben auch immer wieder darauf hingewiesen, aber sie stellen es nicht grundsätzlich infrage, so wie es die Refugee-Aktivisten


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