Gelesen Bücher, kurz besprochen

Politik | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Die Kolonialisten kehren zurück

Bei der "Kongokonferenz“ 1894 in Berlin teilten die Kolonialmächte Afrika unter sich auf. Heute sind es neben Staaten auch Agrarkonzerne und Investoren, die sich die Filetstücke Afrikas einverleiben. Auch in Südamerika und Asien übernehmen sie ganze Landstriche. Während Investoren lukrativen Agrosprit produzieren, kaufen Staaten Boden, um ihr eigenes Volk zu ernähren. In Afrika bewirtschaften diese neuen Kolonialisten bereits 134 Millionen Hektar Land.

Der deutsche Journalist Wilfried Bommert zeichnet in "Bodenrausch“ ein düsteres Bild der Welternährungslage. Erosion und Wassermangel bedrohen fruchtbare Böden, während die Weltbevölkerung wächst. Reiche Länder beuten die Äcker der Ärmsten aus. Unterstützt werden sie von korrupten Regierungen, die ihre eigenen Bauern enteignen. Die Weltbank bereitet den Boden für die Deals auf, indem sie eigentlich genutztes Land als "brachliegend“ bewertet. Ein packendes Buch, das die Auswüchse des "Land


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige