Wieder gelesen  Bücher, entstaubt

Einheit durch Populismus

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

20 Jahre nach der Ermordung von Franz Schuhmeier erschien im Februar 1933 ein Roman, in dem Leben und Wirken des sozialdemokratischen Volkstribuns gewürdigt wurden (siehe Seite 20). "Der Schuhmeier“, verfasst vom roten Wiener Bezirksfunktionär Robert Ascher, war weniger ein literarisches Werk, sondern verfolgte vielmehr einen politischen Zweck. Die Sozialdemokratie war 1933 in Österreich in die Defensive geraten, die Partei drohte sich in einen radikalen und einen gemäßigten Flügel zu spalten. Um diesen Bruch zu verhindern, griff Ascher auf den seinerzeit äußerst populären Politiker Schuhmeier zurück. Dessen Andenken sollte helfen, die Einheit der Partei zu bewahren.

Robert Ascher: Der Schuhmeier. 342 S., ab € 20 / Kindle-Edition kostenlos


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