Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Der Ausnahmezustand beim antifaschistischen Faschingsfest

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Über der Hofburg knattert ein Polizeihelikopter, unten am Graben ziehen Demonstranten Richtung Freyung, dahinter ein Pulk Polizisten. "Wir wollen keine“, schreit ein Demonstrant. "Nazischweine!“, brüllt sein Demo-Chor zurück. Es ist Freitagabend, die FPÖ veranstaltet ihren ersten "Akademikerball“ in der Hofburg. Er gilt als Nachfolger des WKR-Balls, den seine Kritiker als Treffen Rechtsextremer bezeichnen. Wie in den Jahren zu Zeiten des WKR-Balls versetzt auch der FPÖ-Ball Wien in einen Ausnahmezustand. Die Polizei hat die Innenstadt großräumig abgeriegelt.

Der Protest hat viele Gesichter. Am Stephansplatz trommeln verkleidete Menschen mit rosa Perücken gegen den Ball an. Von der Babenbergerstraße kommend biegt ein großer Demo-Zug in den Ring ein, mit bengalischen Feuern und dröhnendem Bass.

Bilanz des Abends: 3000 Demonstranten, 1000 Polizisten, 1000 Ballgäste, zwölf Festnahmen, vier Verletzte. Same procedure as every year.


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