Als die Erde Feuer fing

Feuilleton | Werkschau: Gerhard Midding | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Wie schwungvoll waren die Swinging Sixties? Das Filmmuseum sortiert das britische Kino der 1960er-Jahre neu

Glaubt man dem Dichter Philip Larkin, entdeckten die Briten den Beischlaf im Jahr 1963, nach Aufhebung des Zensurverbots für "Lady Chatterley“ und vor Veröffentlichung des ersten Beatles-Albums. Der Großteil seiner Landsleute wird diese Zeitenwende wohl genauso wenig mitbekommen haben wie Ken Loach, dem es partout nicht gelingen wollte, die 1960er als freudvolle Epoche zu erleben: "Es gab zwar viel Optimismus und Energie“, sagte er einmal der BBC, "aber das Vergnügen, schien mir, fand immer in der nächsten Straße statt.“

Das ikonenhafte Bild aus "Blow Up“, das das Filmmuseum als Logo der Retrospektive gewählt hat, lässt einen Vorbehalt erahnen: Es zeigt den Rausch simulierter Erotik bei einer Fotosession. Waren die Swinging Sixties am Ende ein rein mediales Phänomen, das nur eine erschütternd geringe Schnittmenge hatte mit der Lebensrealität in Großbritannien?

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