Ohren auf Sammelkritik: Neues aus dem österreichischen Popunderground

Mit Björk zu Besuch im Flex Café

Feuilleton | Gerhard Stöger | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

I might be the father of punk music / But I’m not the father of your child“. Hebt eine Platte so an, steckt entweder ein Genie oder ein Spinner dahinter. Wie auch immer: Mit "For God and Christoph Marek“ (Konkord) beschert Sweet William van Ghost dem österreichischen Pop nach Naked Lunchs "All Is Fever“ gleich den zweiten großen Wurf des jungen Jahres. "Bjoerk/Flex“ heißt der gut zehnminütige Auftaktsong; der mit reichlich Dramatik in der Stimme erzählende Sänger geht mit dem isländischen Popstar ins Flex Café, er zitiert Leonard Cohen, The Magnetic Fields und einige andere Pophelden mehr, lässt Clara Schumann weinen, erklärt Porno zur Kunst und singt: "Cancel my reservation for the masturbation.“

Geprägt von einer Mischung aus Emotionalität und formaler Strenge überträgt die dazugehörige Musik Indierock ins Chansonfach, wobei der Geisterwilhelm streckenweise nach einer Arbeitsgemeinschaft zwischen John Cale und Scott Walker klingt: Walker treibt Cale die gepflegte


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