Stadtrand Urbanismuskolumne

Viel heiße Luft und was sie mit sich bringt

Stadtleben | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Schön war er, der Frühling im Winter. Da kann man sich kurz einmal wieder vorstellen, wie sich warm anfühlt. So ein bisschen Sonne auf der Haut ist ja ein besserer Gemütsaufheller als Prozac und Konsorten, heißt es, und es stimmt auch: Zweieinhalb Tage Sonnenstrahlen, und sogar der ärgste Jammerant lässt zeitweilig das Sudern sein. Fein ist das. Doch auch die schönste Schneeschmelze hat ihre Schattenseiten, und die zeigen sich, wenn das Weiß weggetaut ist und den schonungslosen Blick auf den Dreck freigibt. Der ist gelinde gesagt gigantisch.

Man möchte nämlich meinen, Silvester war gestern: Die halbe Stadt ist nach wie vor übersät mit Überresten diverser Knaller und Raketen, Sektkorken, -flaschen, im Ganzen und als Scherben. Würde man alles einsammeln und recyclen, man wäre ausgestattet für mindestens zwei weitere Jahreswechsel - zumindest Prä-Millennium-Jahreswechsel, denn die waren noch nicht ganz so ausgiebig. Damals brannte noch nicht jeder Volksschüler sein eigenes Feuerwerk ab. Wenn’s sein muss, eh okay. Aber danach wegräumen wär’s halt auch!


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