Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (100)

Stadtleben | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Frau W. fragt, ob man als Frau die Herrentoilette benutzen darf, wenn man vor der Damentoilette anstehen muss?

Ein definitives, dreifaches Ja! Gäbe es mehr geistesgegenwärtige Frauen Ihrer Sorte, könnte sich dies durchaus positiv auf die Warteschlangen dieser Welt auswirken. Es gibt wenige logische Gründe, die für die Toilettenapartheid sprechen, außer eventuell der, dass sich Frauen im Toilettenvorraum lieber ungestört die Nasen pudern, anstatt dies unter den neugierigen Blicken von Männern zu tun. Wahrscheinlich steckt die tiefsitzende Angst um Entzauberung hinter der Geschlechtertrennung: Angst davor, als Lebewesen wahrgenommen zu werden, das stinkende Gase und Kot absetzt. Unisextoiletten könnten auf beide Geschlechter einen positiven Effekt in puncto Sauberkeit haben, siehe nochmals Stichwort Entzauberung. Immerhin könnte der WC-Nachfolger vom anderen Geschlecht sein …

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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