Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Apfel-Rhabarber-Saft

Über die flüssigen Dos und Don’ts im Monat Februar

Stadtleben | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Der Februar ist so ungefähr der schwierigste Monat im Jahr: Der Winter ist noch nicht ganz überstanden und der Frühling lässt noch auf sich warten. Die Auswahl im Obst- und Gemüseregal lässt zu wünschen übrig. Jetzt ist der einzige Zeitpunkt, an dem man kein schlechtes Gewissen zu haben braucht, wenn man die Vitamine aus Übersee auf die Teller und in die Gläser manövriert.

Oder doch? Zugegeben ist der nun thematisierte Saft eine Farce, eine Chuzpe sondergleichen. € 5,99 für einen Liter Apfel-Rhabarber-Saft aus Großbritannien, wo kommen wir da hin? Würde man absurderweise direkt bestellen, wäre es natürlich - sieht man vom Porto ab - um mehr als die Hälfte günstiger. Aber die Zwischenhändler wollen ja auch was verdienen. Es handelt sich um den exzellent abgemischten Saft der westlich von London angesiedelten Firma Cawston Press, die zwar Topsäfte herstellt, die aber für unsere durstigen Zwecke nicht geeignet sind. Bei Apfel- und Rhabarbersaft sollte man doch auf regionale Ware setzen, und sei es, dass man die zwei Säfte selber abmischt, sollte einem die ewige Apfelsafterei schon etwas zu eintönig sein.

Was ist eigentlich aus dem Ribiselsaft geworden? Hat sich Großmutters Version so negativ in die Geschmacksnerven eingenistet, dass hierfür gar kein Absatzmarkt mehr vermutet werden kann? Muss sich denn alles um die Schwarze Johannisbeere drehen? Beim Diskonter Hofer kann man sich nun mit Bio-Ribiselsaft aus der Steiermark eindecken. Es ist ein Glück von kurzer Dauer! MS


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