Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Being Gerhard Kurzmann

Steiermark | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Gerhard Kurzmann müsste man sein, das wäre ein Leben. Der blaue Umwelt- und Verkehrslandesrat hat vergangene Woche gezeigt, wie man es sich ein bisschen leichter macht. Dass man sich nicht immer krankhaft verantwortlich fühlen muss. Einfach alles mehr fließen lassen! Beunruhigt, weil die EU Österreich wegen des Grazer Feinstaubs erneut mahnen will? Aber woher denn. Der Tenor im Kleine Zeitung-Interview: Im Wesentlichen passt eh alles. Mit einer Ausnahme: "Die Grenzwerte sind ein Problem.“ Diese EU! Immer nur Probleme schaffen, die ohne sie gar keiner hätte.

Alles mehr fließen zu lassen, in Form der "grünen Welle“, das ist auch das Einzige, was Kurzmann beim Verkehr unternehmen will. Aber die grüne Welle ist in erster Linie ein Werbeschmäh, da ist nicht mehr viel drin. Die Ampeln an den Hauptverkehrsrouten sind bereits günstig geschaltet, und grüne Wellen fallen nicht vom Himmel: Wird eine Straße bevorzugt, kommt es in anderen zu Verzögerungen. Staut es sich in Stoßzeiten so richtig, hilft sowieso keine grüne Welle mehr. Außerdem: Macht man das Autofahren attraktiver, tun die Leute es auch (noch) mehr. Umgekehrt reizt es nicht gerade zum Öffifahren, wenn man von der stehenden Bim aus zuschauen soll, wie die bevorzugten Autos an einem vorbeibrausen.

So husten wir weiterhin im dichten Feinstaub vor uns hin. Der neue Grazer Verkehrsstadtrat Mario Eustacchio, auch FPÖ, ließ bis dato vor allem wissen, für ihn seien die Öffis "keine heiligen Kühe“. Will er sie schlachten? Und kann die EU bitte mal Ernst machen mit ihren Sanktionsankündigungen, wenn schon den Lokalpolitikern unsere Gesundheit wurscht ist?


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