Die Ghettos von morgen

Steiermark | Lagebericht: Tiz Schaffer | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Zwei Jahre lang gab es das Bettelverbot in Graz. Vor den Toren der Stadt hausen Zuwanderer unter menschenunwürdigen Bedingungen. Ist das Bettel-verbot daran schuld?

Auf einer Brache unweit der Stadt befindet sich eine heruntergekommene Villa. Die Fenster sind teils vernagelt, die Räume desolat. Kein Wasser, kein Strom und keine Möbel. Sie sind zugemüllt, es riecht nach Fäkalien. Wolfgang Pucher klopft an eine Tür und tritt ein. Pucher von der Grazer Vinzenzgemeinschaft ist als "Armenpfarrer“ im ganzen Land bekannt. Seit Jahren kümmert er sich um jene Menschen, die sich hier in Graz das Nötigste zum Überleben erbetteln oder schwarz arbeiten. In einem verdunkelten Raum liegt ein Mann auf einer Matratze, in Decken eingewickelt. Unlängst seien in diesem Haus noch massenweise Leute anzutreffen gewesen, erzählt Pucher. Jetzt dürften nur mehr zwei Slowaken und der Mann, der auf dem Boden liegt, dort hausen. Er sagt, er komme aus Tschechien. Pucher bietet ihm eine Unterkunft an, der


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