Menschen

San S’ Susi?

Falters Zoo | Nathalie Grossschädl Christopher Wurmdobler | aus FALTER 06/13 vom 06.02.2013

Immer wieder irre, wie jeder Aufenthalt des ehemaligen Bodybuilders und Hollywood-Akteurs Arnold Schwarzenegger in Österreich zum hysterischen Staatsbesuch wird. Man muss sich das so vorstellen: George Clooney oder so einer kommt nach Berlin und die Bundeskanzlerin macht ein Meet and Greet, die "Tagesschau“ bringt’s als erste Meldung und dann übernimmt der Schauspieler auch noch eine Patenschaft für irgendwas Staatstragendes. Am besten ein Buch in der Nationalbibliothek - wie absurd wär das denn!? Jedenfalls weilte Schwarzenegger vergangene Woche in unserem lieben Städtchen, um einen Vortrag zu halten, mit dem er sicher die Welt gerettet hat und bei dem sicher alle gut aufgepasst haben (nein, es ging nicht um Gewaltverherrlichung in seinem neuen Film). Die oberste Nationalbibliothekarin Johanna Rachinger empfing den kalifornischen Ex-Gouverneur, der dann auch prompt eine Patenschaft übernahm - für eine historische Landkarte von Kalifornien. Der Bundeskanzler schüttelte dem einstigen Terminator die Hand und Erwin Pröll auch. Der ist schließlich auch eine Art Bundeskanzler.

So viele Leute sah das Minifestival "Spot on Denmark“ im Wuk noch nie. Rund 600 Besucher waren gekommen, um den Klängen der Skandinavier zu lauschen. Den leisen Beginn machten Broken Twin, anschließend zeigte Frederik Vedersø - Sänger von The Eclectic Moniker - den Wiener Hipster-Buben unter anderem auch, wie ein echter Rauschebart auszusehen hat. Nämlich dicht und fast bis zu Brust reichend. Den krönenden Abschluss bildeten aber dann Rangleklods, Mastermind Esben Andersen sorgte mit seinem Konzert schon beim letzten Waves Festival im Fluc für Furore. Diesmal hatte er zur Unterstützung seine Gitarristin mit auf der Bühne. Mit ausgesprochen kantigen Bewegungen und einer Stimme, die an Ian Curtis erinnerte, und noch dazu seinem fantastischen Aussehen verzauberte der Aarhuser auch das Spot-on-Denmark-Publikum.

Schon wieder ein neues Luxushotel! Sans Souci heißt die edle Absteige, die Norbert Winkelmayer hinterm Museumsquartier realisiert hat und die nun unter der Leitung von Moderator Roman Rafreider und der Zuhilfenahme lokaler Prominenz feierlich eröffnete. Irgendwie seltsam, Menschen, die doch ohnehin ein Bett in Wien haben dürften, vor die Kameras zu holen, damit sie so tun, als würden sie sich ein Zimmer nehmen. So kam Rosenballmutter Miss Candy ganz in Fake-Chanel, aber ohne Reisegepäck. Hotel-Fotograf Hubertus von Hohenlohe, Teppichhändler Ali Rahimi oder Szenegastronom Bernd Schlacher ebenfalls. Schickes Ambiente bewundern und so. Eine Frage blieb aber ungeklärt: Wer ist diese Susi, nach der alle fragten? Okay, den haben Sie jetzt vielleicht nicht verstanden: "San S’ Susi?“

Ach, apropos neues Hotel: Im ausgesprochen elegant gewordenen Parkhotel Schönbrunn fand der Regenbogenball statt, und Menschen, die noch den Unterschied zwischen gay und queer kennen, hatten dort einen Haufen Spaß. So auch Wiens Vizebürgermeisterin Maria Vassilakou mit Gatten oder Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger (auch mit Gatten), die es beim Auftritt von Ex-Erasure-Mann Andy Bell so richtig krachen ließen. Spaßig die Geschichte von Politmoderatorin Lucy McEvil aus dem Konzerthaus. Der setzten Eltern bei einem Klavierkonzert ihr Kind auf den Schoß mit den Worten: "Wenn Sie ein Priestergewand anhätten, würden wir das sicher nicht machen.“ Leider nicht gesehen haben wir "Tatort“-Kommissarin Ulrike Folkerts oder Dschungelcamp-Veteran Daniel Kübelböck. Die feierten angeblich auch unterm Regenbogen.

E-Mail an den Zoo: zoo@falter.at


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige