Zurück zur Religion? Endgültig abgesagt!

Kommentar: Robert Misik | Falter & Meinung | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Benedikt XVI. wollte den Bedeutungsverlust seiner Kirche stoppen. Sein Nachfolger sollte es erst gar nicht versuchen

Acht Jahre können manchmal wie eine Ewigkeit erscheinen, selbst bei einer Institution, die eine berufsmäßige Kompetenz für das Ewige hat. Als Papst Benedikt XVI. im Jahr 2005 antrat, war allerorts von der "Rückkehr der Religionen“ die Rede. In den USA bestimmte ein zunehmend fundamentalistischer Protestantismus die Politik. Ein militanter Islam sorgte für globale Konflikte. Die großen weltpolitischen Kontroversen waren plötzlich religiös kodiert. Im "Kampf der Kulturen“ schien die Rückbesinnung auf religiöse Identitäten plötzlich der Trend der Stunde zu sein. Aber diese "großen Konflikte“ begannen auch die "kleinen Konflikte“ einzufärben. Vor allem in Europa sorgte Immigration nicht nur für neue multiethnische Realitäten, die Spannungen, die damit einhergingen, wurden mit einem Mal auch "religiösisiert“ - da war plötzlich wieder die Rede von der

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