Das Problem ist der Sack, nicht das Alter

Politik | Debattenbeitrag: Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Wem nützt eigentlich das ganze Generationengerede? Plädoyer für eine diskursive Abrüstung

Über "meine Generation“ habe ich bislang nie viel nachgedacht, lediglich das Tun und Treiben meines Jahrgangs mit einem gewissen Interesse verfolgt: "Viel Glück für die zweite Amtszeit, Mister President!“ "Was sagen Sie zum Buch Ihrer Halbschwester, Frau Kinski?“ "Cooler Anzug, Tim Roth!“ Ansonsten lüge ich mir in den Sack wie jeder, der ein bestimmtes Alter erreicht hat. 36-jährige Frauen? Eh noch meine Generation! 66-jährige Frauen? Mindestens eine weiter.

Diese alltagssoziologische Schlampigkeit ist freilich weit verbreitet. Der Falter-Coverstory von vorletzter Woche ("Fressen die Alten die Demokratie?“) konnte ich entnehmen, dass ich als Angehöriger der Babyboomergeneration eh "bald in Pension“ gehe. Das habe ich aber weder vor, noch ist es vorgesehen.

Der Begriff der Generation ist zunächst einmal wertneutral und bezeichnet, um es der Bequemlichkeit halber mit Wikipedia zu


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