Benedikt der Tragische

Politik | Rezension: Franz Kössler | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Der Papst-Rücktritt hat die ganze Welt überrascht. Ein italienischer Journalist und Vatikan-Experte über die Regentschaft von Benedikt XVI.

Einige Minuten lang herrschte Sprachlosigkeit im Vatikan, als der Papst am vergangenen Montag seinen Rücktritt ankündigte. Die Demission kam ohne Vorwarnung und sie kam in lateinischer Sprache. Manch einer der Kardinäle zweifelte an der Zuverlässigkeit seiner Sprachkenntnisse, andere konnten sich einen historisch so außergewöhnlichen Schritt nicht vorstellen: Zum letzten Mal war im Jahr 1294 ein Papst zurückgetreten. Es wird schwierig werden, Benedikt XVI. seiner Bedeutung nach in die Kirchengeschichte einzuordnen.

Marco Politi, dessen Buch "Benedikt. Krise eines Pontifikats“ im November auf Deutsch erschienen ist, interpretiert den Rücktritt als einen letzten Reformschritt des umstrittenen Papstes. Dessen Vorgänger, Johannes Paul II., hatte schon einmal einen Kardinal beauftragt, die Hypothese eines Papst-Rücktritts zu analysieren. Das


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