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Politik | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Die "Achillesverse“ der Technik

Welche Auswirkungen hat der technologische Fortschritt auf uns? Machen Computer und Smartphone ihre Anwender schlauer oder dümmer, sozialer oder selbstsüchtiger? Dutzende Bücher beschäftigen sich mit diesen Fragen, die meisten jubeln neue Technologien entweder pauschal hoch oder verteufeln sie ebenso pauschal.

Thomas Köhler tendiert in "Der programmierte Mensch“ zu Letzterem, negiert aber positive Entwicklungen nicht völlig. Köhler thematisiert Phänomene von der personalisierten Suche über Crowdsourcing mit Spielelementen bis hin zu den Tücken des Multitaskings. Leider tut er dies in einer oft holprigen bis fehlerhaften Sprache (unfreiwillig komisch etwa das Wort "Achillesverse“), und viele seiner Thesen beruhen auf Vermutungen oder Studien ohne Quellenangabe. Der größte Vorteil des Buchs gegenüber vielen anderen Werken zu diesem sich so rasant entwickelnden Themenkomplex: Es ist auf dem neuesten Stand. Für die nächsten paar Monate jedenfalls.

Ruth Eisenreich

Thomas R. Köhler: Der programmierte Mensch. FAZ Buch, 248 S., € 20,50

Schwarz-grüner Konjunktiv

Was wäre wenn … ? Dieser beliebten Frage aller Träumer widmet sich der vorliegende Sammelband "10 Jahre Schwarz-Grün. Eine Spekulation“. Was wäre also gewesen, wenn sich der damalige ÖVP-Bundeskanzler Wolfgang Schüssel im Jahr 2003 nachdrücklich für die Grünen als Koalitionspartner entschieden hätte und nicht für die FPÖ? Tenor fast aller Beiträge des Bandes, darunter auch einer des grünen Ex-Chefs Alexander Van der Bellen, der tatsächlich mit Schüssel verhandelte: Das Projekt Schwarz-Grün wäre für Österreich weit besser gewesen als Schwarz-Blau, aber eine echte Chance auf Umsetzung bestand 2003 de facto nie (siehe auch Seite 13).

Wolfgang Zwander

Harald Mahrer (Hg.): 10 Jahre Schwarz-Grün. Edition noir, 97 S., € 7,50


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