Nachgesehen  Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Nein, helfen wollten sie nicht: Die "Identitären“ besetzen die Votivkirche

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Nach fünf Stunden war die Besetzung der Besetzung wieder vorbei. Neun Männer, die der rechtsextremen Bewegung "W.I.R.“ (Wiens Identitäre Richtung) angehören, hatten sich als Sonntagsmessenbesucher in die Votivkirche geschmuggelt. Dort protestiert eine Gruppe von pakistanischen Flüchtlingen seit Wochen für ihr Recht zu bleiben. Die "Identitären“ setzten sich ins gegenüberliegende Kirchenschiff und forderten die "Abschiebung der Scheinasylanten“, außerdem "Schwedenbomben, Tee und Schlafsäcke“ für sich.

Unter Polizeischutz und Protesten von Flüchtlingsunterstützern verließen die selbsternannten "Gegenbesetzer“ am Nachmittag wieder die Kirche. Es war nicht der erste einschlägige Auftritt der Rechten: Vergangenen Oktober störten sie den "Tanz der Toleranz“ der Caritas in Wien.

Die Flüchtlinge im Hungerstreik blieben ganz gelassen: Sie boten den "Identitären“ sogar Decken an, damit sie in der Kirche nicht frieren.


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