Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Wer kann Russisch, Farsi oder Chinesisch? Wiens Bücherei sucht Vorleser

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Kinder mit Migrationshintergrund lernen leichter Deutsch, wenn sie ihre Muttersprache beherrschen - jenseits des alltäglichen Vokabulars. Viel selber zu lesen hilft dabei, Geschichten vorgelesen zu bekommen aber auch. Nur wer hat noch Zeit, Kindern aus Büchern vorzutragen? Bilinguale Klassen sind in Wien ohnehin die Ausnahme, nicht die Regel. Die Büchereien Wien bieten seit zwei Jahren in neun ihrer Zweigstellen zweisprachige Vorlesestunden an, ein Service, dass sie ausbauen wollen. Deshalb sucht Koordinatorin Martina Adelsberger gerade wieder neue ehrenamtliche Vorleser.

Einen Nachmittag pro Monat sollte man Zeit haben, die Büchereien bieten kostenloses Stimm- und Sprechtraining an, falls gewünscht. Englisch, Polnisch, Türkisch und Ungarisch sind derzeit gut vertreten. Arabisch, Chinesisch, Farsi, Hebräisch, Spanisch und Russisch gerade besonders nachgefragt. Die Vorlesestunden sind stets zweisprachig. Kinder erleben dabei, wie sich die Rollen vertauschen. Kinder mit nichtdeutscher Muttersprache sind plötzlich die Sprachexperten, deutschsprachige Kinder lernen, was Worte, die sie kennen, in der Sprache ihrer Freunde heißen.

Informationen unter martina.adelsberger@wien.gv.at und unter Tel. 0676/811 88 45 35


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