Mediaforschung  Verführungskolumne

Wie reagiert man auf sexistische Werbung, Frau Schwentner?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Der Herrenwitz“ hieß die Geschichte in der Zeitschrift Stern, die eine wochenlang anhaltende Debatte über Sexismus auslöste. Wer nicht wusste, was man unter dieser Art von Witz versteht, brauchte in den vergangenen Tagen bloß zur Ski-WM nach Schladming blicken. Dort warb der Veranstalter Show Express mit herrenwitzigen Kalauern für Veranstaltungen in der Gösser-Fan-Arena. Mittwoch: "Huschi Wuschi mit der Uschi“. Donnerstag: "Zeig der Zilli deinen Willi“. Freitag: "Hirsch’n Pirsch’n“. Samstag: "Ganze Kerle, wild & hart. Süße Bienen, lieb & zart“. Sonntag: "Hennen scannen“.

Bestärkt durch die laufende Sexismusdebatte erhob sich über die sozialen Netzwerke Widerstand. "Wir haben gedacht, gegen diese ziemlich dummen Sager müssen wir ziemlich schnell was machen“, sagt Judith Schwentner, Frauensprecherin der Grünen. Nicht nur die übliche Presseaussendung wurde verschickt, sondern auch eine spontane Facebook-Kampagne gegen die sexistische Veranstaltungswerbung gezimmert. Für jeden Facebook-User, der das Sujet der Grünen teilte, versprach die Partei, einen Euro an Genderprojekte zu spenden.

"Nicht nur Gösser hat reagiert, das mit der Werbung gar nichts zu tun hatte, auch der Veranstalter hat zurückgezogen“, sagt Schwentner. "Die virale Verbreitung war offensichtlich eine gute Methode.“ Am Ende hatten mehr als 400 Facebook-User das Sujet der Grünen geteilt. Das Geld geht an den Verein Poika zur Förderung von gendersensibler Bubenarbeit.


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