Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

TV-Kolumne

Bei der Castingshow "Deutschland sucht den Superstar“ (mittwochs und samstags, 20.15 Uhr, RTL) sitzen zwei Generationen Popindustrie am Jurytisch nebeneinander. Das Musikbusiness der goldenen 1980er-Jahre wird von dem ehemaligen Modern-Talking-Sänger Dieter Bohlen vertreten. Bill Kaulitz, Sänger von Tokio Hotel, ist ein Teenieidol der 2000er-Jahre.

Bohlen beleidigt Teilnehmerinnen mit dem Wort "Schlampe“, will deren exotisch klingende Namen nicht aussprechen. "Die merkt sich ja keiner.“ Braungebrannt und gutgelaunt machte er aus seiner Funktion als autoritärer Lehrer keinen Hehl. Sein junger Kollege hingegen spielt flache Hierarchie. Er ist untergewichtig, weigert sich - ähnlich wie Michael Jackson - seiner Rolle der kindlichen Märchenfigur zu entwachsen. Er leidet mit den Kandidaten mit, identifiziert sich mit deren Schicksal, wirkt ausgebrannt. Kaulitz könnte wohl noch einiges von Bohlen lernen.


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