Gruppenbild einer Dame und biestige Beschreibungen bürgerlicher Biotope in Wien und Berlin

Feuilleton | Sigrid Löffler | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Der Name der Heldin ist schon einmal gut gewählt: Roxane Molin, genannt Xane. Das klingt extravagant, kosmopolitisch und hat exotisches Flair. Der Name macht was her, womöglich mehr, als die Protagonistin von Eva Menasses zweitem Roman auf 400 Buchseiten dann tatsächlich beglaubigen kann.

Interessant gemacht wird Xane Molin außerdem durch einen erzählerischen Kunstgriff: In zwölf von 13 Kapiteln erscheint sie nur indirekt, gesehen aus dem Blickwinkel anderer - der Freundinnen, der Bewunderer, ihres Vermieters und ihrer Gynäkologin, des Vaters, der Stieftochter, des Sohnes, eines Angestellten ihrer Firma.

Gezeigt werden Facetten von Xane in ihrer Wirkung auf andere, nie das ganze Bild. Vieles von dem, was sie tut oder lässt, denkt oder fühlt, bleibt unerklärt und daher rätselhaft. Der Leser hat die Lücken selbst auszufüllen - und wirkt daher mit an der Aura von Geheimnis und Faszination, in die Eva Menasse ihre Heldin einspinnt.

In 13 Stationen wird umrisshaft der Lebensbogen einer


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