Echte Ängste und falsche Propheten

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Paul Thomas Andersons Sektenfilm "The Master“ besticht vor allem durch seine beiden Hauptdarsteller

In einer bemerkenswerten Szene aus "The Master“ fährt Freddie Quell in der Wüste mit dem Motorrad los, immer geradeaus, bis er als Punkt am flimmernden Horizont verschwindet. Das Motorrad hat er sich von einem Mann ausgeliehen, den er vor ein paar Jahren kennengelernt hat, von dessen Seite er nie mehr gewichen ist und den er nun in der Wüste stehen lässt.

Diese Szene steht nicht am Ende des Films, sondern markiert nur das vorläufige Ende einer Beziehung. Beide Männer können noch nicht ahnen, dass das unsichtbare Band zwischen ihnen nun gerissen ist.

Die erste Begegnung der beiden fand auf dem Schiff statt, das sie im Jahr 1950 von San Francisco nach New York brachte. Damals war Freddie Quell, vom Krieg traumatisiert und vom Sex besessen, ein nervliches Wrack. Und Lancaster Dodd, der nun buchstäblich das Nachsehen hat, war Anführer einer durch Amerika tingelnden verschworenen Gruppe,


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