Jamie, der abstrakte Soultyp

Feuilleton | Liebeserklärung: Florian Obkircher | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Avantgarde-Elektronik, Motown-Soul, Knister-Funk und Massenappeal: Jamie Lidell kann alles

Teufel noch einmal, was für ein Kerl! Zur Begrüßung erhebt er sich aus dem gepolsterten Sessel. Augenkontakt. Ein Lächeln, ein fester Händedruck, ein Klopfer auf die Schulter. Nicht zu hart, nicht zu amikal. "Hallo, mein Name ist Jamie“, sagt der Mann mit sanfter Stimme.

Jamie Lidell ist ein Typ, wie man ihn sich als besten Kumpel wünscht. Höflich, eloquent, fesch, talentiert, von Überheblichkeit keine Spur. Niemand verkörpert den eleganten Gentleman zwischen Soultradition und Elektronikavantgarde so perfekt wie der 39-jährige Brite. Kein Künstler wechselte im letzten Jahrzehnt so leichtfüßig die Schubladen wie er. Sein neues Album unterstreicht das einmal mehr.

Ende der 1990er-Jahre kreierte Lidell zusammen mit dem Soundvisionär Christian Vogel als Supercollider futuristischen Knister-Funk, sein Solodebüt "Muddlin Gear“ war 2000 ein vertracktes Elektronikwerk. Mit "Multiply“ folgte


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