Sanfte Bedrohung: Nick Cave und die guten Menschen von der Jubilee Street

Feuilleton | Musikkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Nick Cave hat längst ein Stadium erreicht, in dem er praktisch alles machen könnte - Fans wie weite Teile des Feuilletons würden es mit einiger Ehrerbietung goutieren. Das ist schön, aber auch gefährlich.

Nachdem der in England lebende Australier um 2000 im Fach des lyrisch verzärtelnden Bänkelsängers verlustig zu gehen drohte, stellte er sich im vergangenen Jahrzehnt gern selbst Aufgaben, um der Routine zu entkommen. Es entstanden Werke wie der ambitionierte Doppelschlag "Abattoir Blues/The Lyre of Orpheus“ oder die launige Dirty-old-men-Kapelle Grinderman.

Vier Jahre nach "Dig, Lazarus, Dig!!!“ erscheint mit "Push the Sky Away“ nun ein neues Album mit seiner Stammband The Bad Seeds. Beim ersten Hören hinterlässt es keinen großen Eindruck: langsam, ruhig, schön, an der Grenze zur gepflegten Langeweile. Was zunächst höhepunktlos erscheint, wirkt nach eingehender Beschäftigung aber umso stärker.

Die neun Songs funktionieren wie Loops mit einlullender Wirkung. Doch obwohl


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