Buch der Stunde

Tanz den Konrad Bayer!

Feuilleton | Klaus Kastberger | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Lustig: Da bestellt man sich die neue Nummer der Literaturzeitschrift Schreibheft und entdeckt bei dieser Gelegenheit den eigenen Namen unter den Autoren. Ist zwar nur eine halbe Seite Text, die nachgedruckt wurde, aber fragen hätten die Herausgeber wenigstens können. Auch ansonsten vollzieht sich "Die Auferstehung des Konrad Bayer“ (so der Untertitel) über weite Strecken in nachgedruckten Texten ohne Drucknachweis. In einem Medley werden Erinnerungen an den 1964 freiwillig aus dem Leben geschiedenen Wiener Avantgardisten zusammengestellt, die von Gerhard Rühm über Friedensreich Hundertwasser und H.C. Artmann bis zu Jeannie Ebner reichen.

Der beste Text über die Person Bayers stammt von Oswald Wiener. Sein Essay "Einiges über Konrad Bayer“ untergräbt zentrale Annahmen der liberalen Kritik, denn das literarische Werk Bayers tritt hier ganz hinter die Person zurück. Durch seine Erscheinung (ein Wiener Dandy) und seine sozialen Experimente habe Bayer viel stärker gewirkt als durch


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