Die Frau im Tor

Stadtleben | Porträt: Ruth Eisenreich | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Mit 16 hat Susanne Peter die Gruft mitgegründet. 26 Jahre später kämpft sie immer noch für Obdachlose

Wären die Schmalzbrote nicht gewesen, wäre Susanne Peter heute wohl Nonne. Gläubige Katholikin, Ministrantin, in der Pfarrjugend engagiert - sie hatte die besten Voraussetzungen für ihren Traumberuf. Aber da waren die Schmalzbrote, da war der Tee, und da war der Keller unter der Barnabitenkirche. Deshalb ist Susanne Peter, 42, heute keine Nonne, sondern eine Institution der Wiener Obdachlosenhilfe.

Während einer Religionsstunde im Amerlinggymnasium im Herbst 1986 beschließen ein paar Schüler, den Grundsatz der christlichen Nächstenliebe in die Tat umzusetzen. Sie eröffnen unter der Kirche an der Mariahilfer Straße eine Wärmestube, sechsmal pro Woche von 14 bis 16 Uhr geben sie gratis Schmalzbrote und Tee an Obdachlose aus. So beginnt die Geschichte der Gruft, die heute 24 Stunden am Tag für Obdachlose geöffnet ist, wo sie schlafen, essen, duschen und ihre Wäsche waschen


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