Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Trappistenbier

Über Biere, die nicht leicht zu knacken sind

Stadtleben | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Manche Kollegen fordern, hier mehr Alkohol vorkommen zu lassen. Bei der geschmacklichen Herausforderung Trappistenbier macht man also eine Ausnahme. Angesprochen sollten sich jene fühlen, die sehnsüchtig auf den nächsten Urlaub in Belgien warten, um sich mit Chimay, Westvleteren oder Orval einzudecken: Das Stift Engelszell bei Engelhartszell im Innviertel hat seit vorigem Jahr als eine von acht Brauereien die Lizenz für die Erzeugung von Trappistenbier.

Das Besondere an diesem "Authentic Trappist Product“ ist, dass die Einnahmen vorwiegend sozialen Einrichtungen zugute kommen sollen und die Herstellung ausschließlich vom Trappistenorden selbst vorgenommen wird. Zudem wird der Schwerpunkt auf regionale Produkte gelegt. "Ora et labora“, das heilige Motto von Benedikt von Nursia, ist die treibende Kraft hinter alldem. Da kommt ein ordentlicher Schluck Starkbier nicht ganz ungelegen. Dieses Bier ist aber nicht so mir nichts dir nichts zu knacken: Der hohe Alkoholgehalt von "Gregorius“ mit 9,7 Prozent und "Benno“ mit 7,2 Prozent ist für Menschen mit empfindlichem Gaumen eine harte Nuss.

Aber die noch härtere Nuss ist der Hopfenanteil: Bei "Gregorius“ hilft auch der an sich sympathische Honiganteil nicht, die tiefe geschmackliche Kluft zwischen diesen beiden Ingredienzien zu überwinden. Da kommt "Benno“ schon etwas friedfertiger des Weges. Und der Weg zu diesem Bier ist weit: erhältlich in Engelhartszell oder, etwas weniger weit, im Klosterladen des Schottenstifts. MS


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