Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Wusch und weg

Steiermark | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Nun hatte also auch Österreich seinen Sexismus-Shitstorm. Als die Partyslogans der Gösser-Fan-Arena bei der Ski-WM in Schladming aufkamen - "Huschi Wuschi mit der Uschi“ oder "Zeig der Zilli Deinen Willi“ -, fanden das selbst die Unbelecktesten deppert. Hurtig drehte der Biersponsor die Abendthemen seiner Eventagentur ab. Die Süddeutsche witzelte, "alle vier Frauenrechtler Österreichs“ seien nun in Aufruhr. So gemein!

Schwerer hatte es die Grazer SP-Chefin Martina Schröck. Zu Kritik an ihrem Opernredoute-Kleid entfuhr ihr in der Kleinen Zeitung, man könne über Figur und Kleidung junger Frauen wieder alles sagen: "Das geht mir auf den Wecker.“ Ihre grüne Kollegin Lisa Rücker sprang ihr bei: Ja, Kritik an Frauen sei oft unsachlich und entwertend. Dafür watschte die Krone beide ab. Jenseitiges von sich gab Sonja Grabner, bis vor kurzem ÖVP-Stadträtin: Anzügliche Äußerungen habe sie "nie erlebt“. Weil: "Es kommt halt darauf an, wie ich mich gebe.“ Sicher. Würde sich die Frau doch … besser anziehen. Lauter reden, leiser reden. Schlagfertiger sein oder weniger provokant. Anders halt.

Dann erklärte SP-Frauenlandesrätin Bettina Vollath noch: Die Zeit des Schweigens sei vorbei. Und: "Was mir in der Debatte abgeht, sind Stimmen von solidarischen Männern.“

Die Zeit des Schweigens ist aber nicht vorbei, jedenfalls nicht bei den Politikermännern. Sicher mussten sie gerade Gemeinden zusammenlegen oder Geld einsparen oder sonst was Wichtiges tun. Ach so, sie waren ja in Schladming! Wieder gemein ist die Unterstellung, sie würden so ticken wie der deutsche Ex-Kanzler Gerhard Schröder - und Frauenpolitik schlicht als "Gedöns“ sehen.


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