"Das ist eine ganz eigene Welt"

Hauptdarstellerin Barbara Obermeier über das neue Ronacher-Musical "Natürlich Blond"

FALTER : WOCHE | INTERVIEW: BARBARA SCHELLNER | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Elle Woods ist ein kalifornisches Prinzesschen, das abgesehen von ihrem Schoßhündchen Brutus und ihrer Studentenverbindung nicht viel im Kopf zu haben scheint. Als aber ihr Traumprinz Warner sie von einem Tag auf den anderen sitzen lässt, beschließt die unterschätzte Blondine ihm auf die Harvard Law School zu folgen, um ihn dort als Studentin zurückzuerobern. Nach einigen Irrungen und Wirrungen erkämpft sich Elle schließlich eine Karriere als Anwältin, und der unsympathische Märchenprinz ist endgültig abgeschrieben.

Im Hollywoodfilm verkörperte Reese Witherspoon die unfreiwillige Heldin, in der Musicalfassung im Ronacher schlüpft die 30-jährige Münchnerin Barbara Obermeier in die Rolle der Elle. Im Interview verrät sie, was die Besucher der deutschsprachigen Erstaufführung so alles erwartet.

Falter: Wie haben Sie sich für die Rolle der Elle Woods vorbereitet?

Barbara Obermeier: Ich hatte das Glück, dass ich das Stück zuvor in London am West End gesehen habe, deshalb wusste ich, was auf mich zukommt. Zuerst habe ich Kondition für die Choreografien aufgebaut. Natürlich habe ich mir den Film noch einmal angeschaut, Reese Witherspoon ist toll in dieser Rolle. Ich habe mir auch andere Filme dieses Genres angesehen, da es bei uns Studentenverbindungen und Charaktere dieser Art nicht wirklich gibt. Es war für mich sehr wichtig, den Lebensstil wohlhabender, junger amerikanischer Frauen zu verstehen, um mich in Elle hineinversetzen zu können. Das ist wirklich eine ganz eigene Welt.

Welche Gemeinsamkeiten können Sie zwischen sich und Elle feststellen?

Obermeier: Gemeinsam haben wir die Liebe zu Tieren, speziell auch zu Hunden. Ich hätte so gerne selbst einen, jedoch

lässt das mein Beruf aus Zeitgründen nicht zu. Man muss als Schauspielerin wahnsinnig oft umziehen, was keine gute Voraussetzung für ein Haustier ist. Aber jetzt habe ich ja das Riesenglück, Beruf und Hunde, die ja auch mit auf der Bühne sind, verbinden zu können. Genau wie Elle liebe ich es auch, verrückte, lustige Sachen mit meinen Freunden zu machen. Ich interessiere mich außerdem für Mode, Schuhe, Taschen -und diese Vorliebe ist, seitdem ich die Rolle bekommen habe, noch gewachsen.

Mit welchen Charaktereigenschaften können Sie im Gegenzug gar nichts anfangen?

Obermeier: Privat bin ich etwas ruhiger als Elle, würde ich sagen. Wenn ich in einer Umgebung bin, die mir nicht so vertraut ist, bin ich erst mal zurückhaltend. Ich höre gerne zu. Am Beginn ist Elle sehr ichbezogen, es geht nur um ihren Traummann Warner, aber zum Glück ändert sich das bald und ihr werden die Augen geöffnet.

Haben Sie selbst schon etwas so Verrücktes wie Elle gemacht, um jemanden zurückzugewinnen?

Obermeier: Ich habe mir einmal meine Haare brünett gefärbt, nachdem ich verlassen wurde. Und mit der Haarfarbe habe ich schlussendlich meinen Traummann gefunden!

Elle und ihre Freundin Paulette haben Hunde. Wie läuft die Zusammenarbeit mit den tierischen Darstellern?

Obermeier: Die Zusammenarbeit ist ein Traum. Wir haben jeden Morgen eine Stunde Zeit zum Kuscheln, damit sie uns besser kennenlernen und uns akzeptieren. Denn das Um und Auf ist, dass die Hunde einen mögen und Spaß an der Sache haben, sonst funktioniert das nicht auf der Bühne. Dann proben wir die Szenen aus der Show, damit wir uns daran gewöhnen und die richtige Reihenfolge an Kommandos für die Hunde genau einhalten. Ich bin schon sehr gespannt darauf, das erste Mal vor Publikum mit ihnen zu spielen.

Was darf sich das Publikum von der deutschsprachigen Erstaufführung erwarten?

Obermeier: Jerry Mitchell, der Regisseur, sagt: "Es ist unterhaltsam, die Choreografien sind bunt, letzten Endes hat einfach jeder Spaß, und es gibt Hunde, was will man mehr?" Ich hab das Stück ja bereits gesehen und kann bestätigen, dass die Übersetzung sehr gut gelungen ist und mit viel Wortwitz unterhält. Es ist schwungvoll, verbreitet gute Laune und, wenn Brutus, der Chihuahua, und Rufus, die englische Bulldogge, auftreten, ist das natürlich ein Highlight!

Gibt es etwas, was noch nicht so klappt?

Obermeier: Es läuft eigentlich alles ziemlich reibungslos. Aber ich habe sehr viele Schnellumzüge und muss in der Show an die 16 Mal das Kostüm wechseln. Wir müssen noch üben, mich nach den Umzügen rechtzeitig wieder auf die Bühne zu bringen.

Ronacher, Premiere Do 19.30 (bis 23.6.)


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