Todestrommeln zum Geburtstag

Zeiger feiert 20-jähriges Jubiläum mit Drums of Death, Richard Dorfmeister und Wolfram

LEXIKON | TIZ SCHAFFER | aus FALTER 07/13 vom 13.02.2013

Noch heute wird in Graz mancherorts gerne davon erzählt, dass Stefan Auer, er steht hinter dem Verein Zeiger, die legendäre Grungeband Nirvana vor ihrem Durchbruch nach Graz holte und sie in einem kleinen Club auftreten ließ, der heute nicht mehr existiert. Damals veranstaltete Auer noch für die ÖH, der Verein Zeiger wurde später, im Jahr 1993, mit einem Fest im Theatro aus der Taufe gehoben. Über viele Jahre hinweg brachte Zeiger spannende Konzerte aus dem Indie-und Rockbereich auf die Bühne. Heute hat er sich auf diverse Clubschienen spezialisiert, ist für die steirische Popleistungsschau Styrian Stylez mitverantwortlich, vor allem steht das elektronische Popfestival Spring auf seiner Agenda, das die steirische Hauptstadt einmal im Jahr ins internationale Rampenlicht rückt.

Es passt gut, dass an diesem Jubiläumsabend Richard Dorfmeister und Wolfram zu Gast sind. Beide sind Österreicher, und sowohl Dorfmeister als auch Wolfram konnten international reüssieren. Allerdings gehören sie völlig unterschiedlichen Generationen an. Dorfmeister feierte mit seinem Kollegen Peter Kruder in den 90ern als Kruder &Dorfmeister große Erfolge. Zu dieser Zeit galt Wien als angesagteste Stadt elektronischen Musikschaffens, ein Hype, der rund um Labels wie Cheap Records, Mego oder G-Stone Recordings ins Rollen kam. G-Stone Recordings wurde ja von Kruder und Dorfmeister gegründet und ist heute noch aktiv.

Der Elektropop-Shooting-Star Wolfram veröffentlichte sein erstes selbstbetiteltes Album hingegen erst 2011, allerdings machte er schon zuvor als DJ Marflow von sich reden. Wolfram heißt mit bürgerlichem Namen Wolfram Eckert und lebt in Wien. Seinem Album, für das er auch einen gewissen Haddaway als Gastsänger geladen hatte, wurde internationale Anerkennung zuteil. Seine euphorischen Poptunes brachten also auch ein einstiges No-Go-Genre wie Eurodance, für das Haddaway einst stand, in hippe Clubs zurück.

Der Zeiger Birthday Bash wird aber nicht zuletzt auch mit Besuch aus dem Ausland aufgeputzt: Colin Bailey ist Schotte, er lebt in London und tritt unter dem Pseudonym Drums of Death stets sehr auffällig geschminkt an die Öffentlichkeit. Seine Live-Auftritte sprühen angeblich, so wird es überliefert, vor Energie und Theatralik, musikalisch darf man ihn zwischen Synth-Pop und Electro-Rock verorten. Aber auch langjährige Zeiger-Wegbegleitern kommen zum Zug: Die DJ-Lokalmatadoren Hyenas, Zeiger Soundsystem & Friends, Turnmaster Tim und DJ Syrous runden den Abend ab.

Postgarage, Fr 22.00


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