Film Neu im Kino

Bewundert viel und viel gescholten: Hannah Arendt

Lexikon | MO | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Typisch deutsch, meint einer ihrer amerikanischen Kollegen gehässig: "All arrogance, and no feeling." Die Rede ist von Hannah Arendt, der jüdischen Exilantin, die in einer Artikelserie über den Eichmann-Prozess in Jerusalem 1961 berichtete, und dabei das Wort von der "Banalität des Bösen" prägte. Mit "Hannah Arendt" setzt Regisseurin Margarethe von Trotta mit Hauptdarstellerin Barbara Sukowa ihre Reihe von Porträts außergewöhnlicher Frauen fort: Marianne (Klarname: Gudrun Ensslin, "Die bleierne Zeit"), Rosa Luxemburg, Hildegard von Bingen -und nun die streitbare Philosophin Arendt, stets bewaffnet mit Zigaretten und Argumenten. Ganz schön ist der Wechsel von finsterer Nacht (New York) zu gleißend hellem Tag (Israel). Und die Rolle von Eichmann nur mit Archivmaterial zu besetzen, das hätte sich der Spielberg nie getraut.

Ab Fr in den Kinos


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