Nachrichten aus dem Inneren

Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Die Redaktion erklärt sich selbst

Vor ziemlich genau einem Jahr habe ich im ersten "Nachrichten aus dem Inneren“ nach meiner Karenz erwähnt, das Haus in den vergangenen Monaten nur betreten zu haben, "um die an die Redaktionsadresse gesandten Amazon-Pakete nach Hause zu tragen“. Das hat mir Kritik per Leserbrief eingetragen, weil: Wer bei Amazon einkauft, schädigt den heimischen Buch- und Einzelhandel. Dass der mit der Beschaffung antiquarischer englischer Filmfachliteratur entschieden überfordert ist, tut jetzt wenig zur Sache. Über die weltweit agierende Versandhandelskrake kann man sich mit guten und weniger guten Gründen aufregen. So hat zum Beispiel Ingrid Brodnig kurz vor Weihnachten unter dem Titel "Das böse Paket“ (50/12) über den Umstand berichtet, dass Amazon in Europa zwar Riesenumsätze macht, aber verdammt wenig Steuern zahlt.

Und jetzt die Sache mit den schlechtbezahlten Leiharbeitern, die von Security-Typen im Neonazi-Look gepeinigt werden. Die ARD-Reportage vom vergangenen Mittwoch hat einen veritablen Shitstorm gegen Amazon ausgelöst. Die Politikredaktion hat prompt darauf reagiert und kurz vor Redaktionsschluss noch ihr Programm umgestoßen, um selbst ein fettes Amazon-Paket zu schnüren. Angesichts der nun vielerorts erhobenen Boykottforderungen gehen Nina Horaczek und Barbara Tóth der Frage nach, wie das Leben eines politisch bewussten Konsumenten nach/neben Amazon aussehen könnte. Und Joseph Gepp hat sich angesehen, wie das in Österreich so ist mit den Leiharbeitsfirmen.


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