Was die Innenministerin nicht versteht

Politik | Analyse: Birgit Wittstock | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Viele Drogenpatienten können nicht mehr geheilt werden. Sie sind chronisch suchtkrank

Weg von Drogenersatzstoffen“, heißt es in einem neuen Anti-Drogen-Papier des Innenministeriums. Vergangene Woche führte Johanna Mikl-Leitners (ÖVP) neues Credo zu einem regelrechten Protest unter Experten. Selten waren sich diese derart einig, selten traten sie so geschlossen gegen die politische Forderung der Innenministerin auf. Von Wahlkampfpropaganda sprachen die Mediziner und von einer Einmischung der Polizei in die Arbeit von Ärzten.

"Weg von der Substitutionsbehandlung“ fordert die Innenministerin in ihrem Positionspapier, "hin zu einer viel früher greifenden Therapie“ und zu "begleitenden psychosozialen Maßnahmen“. Klingt verlockend. Doch wie sieht die Realität aus? Im Otto-Wagner-Spital wurde ausgerechnet Wiens einzige Langzeittherapiestation geschlossen. Aus Geldmangel.

Auch Mikl-Leitners Forderungen werden Geld kosten. Eine Langzeittherapie kostet rund 300 Euro pro Patient und Tag.


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