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Politik | Ingrid Brodnig | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Bücher, kurz besprochen

Ein Plädoyer für die Partei

Ein Buch zur richtigen Zeit: Eva Maltschnig regt sich über all jene auf, die Parteien per se infrage stellen. Kapitel für Kapitel setzt sich die junge Sozioökonomin mit Vorurteilen auseinander, die in etwa so lauten: "Parteien sind nicht mehr zeitgemäß - wir brauchen andere Formen politischer Partizipation.“ Schrittweise dekliniert Maltschnig durch, warum diese Pauschalargumente Unsinn sind. Immerhin funktioniert unsere Demokratie über ein Parteiensystem, was gut ist, da Parteien auch für Professionalisierung stehen. Sie sind ein Eckpfeiler demokratischer Stabilität, auch wenn dieser oft starr und schwerfällig erscheinen mag.

Maltschnig, die selbst in der SPÖ und bei den roten Querdenkern der Sektion 8 aktiv ist, hat aber keine bloße Lobhudelei auf Parteien verfasst. Ihr Werk beinhaltet viel Kritik an den drögen und selbstgefälligen Parteiapparaten. "Geht man voll Elan und Tatendrang zu einer Partei mit der Mission, die heruntergewirtschaftete Organisation mit neuem Leben füllen zu wollen, wird man nicht mit offenen Armen empfangen“, schreibt sie, vielleicht auch aus eigener Erfahrung. Doch leider sind nicht alle Passagen so knackig formuliert und dem Werk fehlt das, was man einen roten Faden nennen könnte. Diese strukturellen Schwächen sind schade, da sich das Buch einer sehr zeitgemäßen Thematik annimmt.

Eva Maltschnig: Warum Demokratie Parteien braucht. Czernin, 120 S., € 12


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