Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Ausbildungskonflikt: immer mehr negative Lehrabschlussprüfungen

Politik | Wolfgang Zwander | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Steckt die Lehre in der Krise? Das heimische Ausbildungssystem von Lehrlingen wird auf EU-Ebene oft als Grund dafür genannt, dass Österreich im internationalen Vergleich eine sehr geringe Jugendarbeitslosigkeit hat.

Jüngst veröffentlichte Zahlen der Wirtschaftskammer stützen diese These aber nicht: Fast jeder fünfte Lehrling, der 2012 in Österreich zur Lehrabschlussprüfung antrat, fiel durch (in Wien waren es 19 Prozent) - das sind die schlechtesten Werte seit dem Jahr 1975. Aufgrund dieser Zahlen ist ein Konflikt zwischen der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA) und der Wirtschaftskammer (WK) entstanden.

Der Wiener GPA-Jugendbeauftragte Christoph Peschek sagt, die schlechten Werte würden zeigen, dass Lehrlinge in den Betrieben ausgenützt und mangelhaft ausgebildet werden: "Wie können so viele eine Prüfung nicht bestehen, auf die sie eigentlich drei Jahre lang vorbereitet werden müssten?“ Brigitte Jank, Chefin der Wiener WK, verteidigt den Istzustand: Die oben genannten Zahlen würden "Mehrfachantritte“ beinhalten; Wiens Betriebe würden sehr gute Ausbildungsarbeit leisten. Offenbar aber immer weniger von ihnen: 2012 bildeten 3528 Wiener Betriebe Lehrlinge aus; 2000 waren es noch 4377.


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