Mediaforschung  Verführungskolumne

Wer ist eigentlich Jan Simon Paulsonov, Herr Kapfer?

Medien | Joseph Gepp | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Es sind kleine Dinge, die die Fantasie anregen. Zum Beispiel in einem ING-Diba-Werbespot der Agentur Lowe GGK. Darin liegt Niki Lauda auf einer Strandliege, die er, weil er ja nichts zu verschenken hat, möglichst nicht räumen will. Und er liest dabei ein Buch, "Up In The Sky“ von Jan Simon Paulsonov.

Wer ist dieser Paulsonov, über den sich nirgends etwas finden lässt? Was will uns Lauda damit sagen?

Die Antwort ist recht prosaisch, wie Michael Kapfer Giuliani, Geschäftsführer von Lowe GGK, erklärt. Man wollte sich komplizierte Rechteverhandlungen mit Verlagen ebenso ersparen wie Trittbrettfahrer, die an der ING-Diba-Werbebotschaft mitnaschen. Also erfanden die Werber schlicht ein Buch. Drei Entwürfe waren im Rennen. Gemacht hat es schließlich irgendetwas zwischen Stanislaw Lem und Isaac Asimov. Der Titel "Up In The Sky“ ist auch von Niki Laudas Karriere inspiriert.

Generell seien Bücher, Zeitungen oder Ähnliches in Werbespots eine Gratwanderung, sagt Kapfer-Giuliani. "Es muss realitätsnah sein, ohne sich in den Vordergrund zu drängen.“

In Laudas Fall hat sich Jan Simon Paulsonov doch in den Vordergrund gedrängt. Im Internet begannen Neugierige die Identität des Autors zu hinterfragen, schließlich widmete ihm der Kurier eine Kolumne. Am Ende veranstaltete die ING-Diba einen Wettbewerb auf Facebook: Worum geht es in Niki Laudas Urlaubslektüre?

Die Person mit der besten Antwort gewann einen Hundert-Euro-Gutschein. Für echte Bücher.


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