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Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Pressekolumne

Ein Olympiastar und ein Model, das gibt etwas her. Wen wundert es da, dass Österreich gleich berichtete, der südafrikanische Olympiasprinter Oscar Pistorius, der seine Model-Freundin ermordet haben soll, sei "total paranoid“.

Verwundert reagierte die Presse auf den Mordverdacht. "Die Vorwürfe klingen auch unvorstellbar für diejenigen, die den Südafrikaner bei Sportveranstaltungen kennengelernt haben“, schreibt ein Redakteur, der "den 400-Meter-Spezialisten 2012 bei einem Meeting in Ostrau und im August bei Olympia in London“ getroffen hatte. Da sei der Läufer mit amputierten Unterschenkeln noch ganz "nahbar“ gewesen, "sprach offen über sein Leben mit Prothesen, Diskriminierung, Ziele, Kämpfe und Medaillen. Von Aggressivität war bei dem ob seiner Karbonprothesen ‚Blade Runner‘ genannten Sportler nichts zu bemerken.“ Seltsame Logik: Wer am Sportplatz ein Netter ist, ist also auch im Schlafzimmer kein Prügler?


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