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Medien | Ingrid Brodnig | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

IT-Kolumne

Eine Formulierung zipft mich so richtig an. Oft wird der Printjournalismus als rückständig und altmodisch verunglimpft, indem es heißt, man schreibe ja nur auf toten Bäumen. Das klingt so, als hätten wir Journalisten generell gar nix zu sagen und für unsere Gedankensauce müssen dann auch noch irgendwelche armen Pflanzen ihr Leben lassen. Was für ein blödes Argument ist das denn? Erstens regt sich auch keiner auf, dass für sein Klopapier ein Baum sterben musste.

Zweitens werden da unterschiedliche Dinge miteinander vermischt. Auch ich glaube, dass die Zukunft des Journalismus digital ist. Aber das hat nix mit Öko-Bewusstsein zu tun. Schließlich werden die Webserver der Onlinezeitungen auch nicht mit Feenstaub betrieben, sondern mit Strom. Und die iPads setzen keine gut bezahlten Arbeitskräfte in Europa, sondern arme Fabriksarbeiter in Asien zusammen. Also, liebe Baumfreunde, verschont mich mit eurer Scheinheiligkeit!


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