Märchen, Macht, Museum

Feuilleton | Aufklärung: Matthias Dusini | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Das Kunsthistorische Museum bewirbt die neue Kunstkammer als Weltwunder. Entspricht der Hype den Tatsachen?

Feuer frei! Die Werbekanonen des Kunsthistorischen Museums schießen derzeit aus allen Rohren. Das Kristallgeschäft Swarovski in der Wiener Innenstadt bietet auf Bildschirmen virtuelle Rundgänge durch einen "Wunderraum der Phantasie“ an, ein Vorgeschmack auf die bevorstehende Eröffnung der Kunstkammer. Im öffentlichen Raum hängen Plakate an allen Ecken und Enden.

In einem TV-Werbespot beugt sich der Schauspieler Maximilian Schell über einen mit einem Gewehr bewaffneten Miniaturbären und raunt: "Manchmal stellt Kunst alles Gewohnte auf den Kopf.“ Bereits seit über einem Jahr tragen durch die Stadt sausende Fahrradboten goldene Helme mit der Aufschrift "Kunstkammer“.

"Es ist eine Weltsensation“, sagt Sabine Haag, Chefin des Kunsthistorischen Museums, beim Gespräch in ihrem Büro. Mit leuchtenden Augen blättert sie in dem bereits fertigen Katalog, das Projekt ihrer Laufbahn


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