Ski Glosse

Laufen lassen: die hohe Kunst des Riesentorlaufs

Stadtleben | aus FALTER 08/13 vom 20.02.2013

Der große Star von Schladming, der dreifache Weltmeister Ted Ligety aus Utah, hat ungarische Vorfahren. Gut möglich also, dass er irgendwie mit dem Komponisten György Ligeti verwandt ist. In seiner Spezialdisziplin, dem Riesentorlauf, hat der Amerikaner ein Level erreicht, auf dem nur noch Marcel Hirscher halbwegs mithalten kann. Nach dem souveränen Sieg im Riesentorlauf wurde Ligety gefragt, wie er es schaffe, seine Skier auch bei extremen Pistenverhältnissen stets unter Kontrolle zu haben. "Das ist eine optische Täuschung“, erwiderte der Meister. "Ich bin weit davon entfernt, die Ski unter Kontrolle zu haben. Sie sagen mir nur, wo ich hinfahren muss.“ Das klingt nach einem guten Spruch, stimmt aber wahrscheinlich. Ligety goes Ligeti: Wie bei großen Künstlern geht es auch bei großen Sportlern irgendwann nur noch darum, rauszulassen, was in einem drin ist. Aber Achtung: Das gilt nur für die Allerbesten. Alle anderen sollten weiterhin versuchen, sich unter Kontrolle zu haben.


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